Herbstspecial 2014

BioFach 2014: Aussteller mit Besucherqualität hochzufrieden

Autor: Karin Heinze/Kai Kreuzer


Am Ende gab es viele zufriedene Gesichter, bisweilen auch strahlten sie. Neue Geschäftskontakte im In- und Ausland konnten angebahnt werden, bestehende Kontakte zu Kunden gepflegt werden. Der Aufwand eines Messestandaufbaus sowie die Kosten haben sich für die meisten gelohnt. Auch die NürnbergMesse war zufrieden, da die Besucherzahl auf ähnlich hohem Niveau wie in den vergangenen Jahren lag. Für die Besucher der Messe, vor allem für die Facheinzelhändler hat sich der Messebesuch ebenfalls gelohnt: Noch nie gab es so viele Angebote zum Verweilen, zum Ausruhen und zur Information. Allein fünf Erlebniswelten lockten mit einem hervorragenden Probierangebot.
Bild: Erlebniswelt Kaffee auf der Biofach

 

Rund 42.000 Fachbesucher aus 134 Ländern ließen es sich nicht nehmen, beim 25. Jubiläum der Biofach und der achten Ausgabe der Vivaness dabei zu sein. Die Zahl der Aussteller lag bei 2235. Petra Wolf, Mitglied der Geschäftsleitung NürnbergMesse: „Vier intensive und inspirierende Messetage liegen hinter uns und haben erneut bestätigt: Die Biofach ist auch in der 25. Ausgabe das Bio-Messe-Highlight zum Jahresauftakt.“ Über 93 % der Facheinkäufer waren mit dem Besuch zufrieden, so das Ergebnis der Befragung eines unabhängigen Instituts. Rund 90 % wissen schon jetzt, dass sie auch 2015 wieder zum Jahresauftakt der internationalen Bio-Branche reisen wollen. Der auf der Messe stattfindende Kongress zog in diesem Jahr 6530 Teilnehmer in 74 Einzelveranstaltungen an.
 

Aussteller Heiko Grobecker vom holländischen Rohstoffspezialisten Tradin zeigte sich erfreut: "Für uns ist die BioFach dieses Jahr hervorragend gelaufen. Die ersten drei Tage waren sehr stark." Auch Siegmar Schulze, Bulk Sales Manager bei der Bohlsener Mühle, war sehr zufrieden: „Wir hatten gute Gespräche, interessante Anfragen und vielversprechende Kontakte." Maren Speckmann-Munz von Dr. Hauschka: "Wir haben uns sehr gefreut, dass unser Verpackungsrelaunch so viel positive Resonanz ausgelöst hat. Die Tage auf der Vivaness waren inspirierend. Unser Fazit, die BioFach/Vivaness sind d e r Branchentreff.“ (Bild rechts: Stand der Bohlsener Mühle)

Alle Hände voll zu tun hatte das Standteam von All Organic Trading AOT. Marketingfrau Maria Holzner war begeistert von dem großen Interesse und den zahlreichen Anfragen. Sie rechnet mit einem starken Nachmessegeschäft. Das Geschäftsleitungsduo der Bingenheimer Saatgut AG, Petra Boie und Gebhard Rossmanith, nutzten die BioFach zu zahlreichen Fachgesprächen mit Verbänden, anderen Züchtungsinitiativen sowie dem Handel, während das Team der Bingenheimer Saatgut AG am Demeter Gemeinschaftsstand mit Einzelhändlern und anderen Interessierten über die Themen Bio-Saatgut, CMS-Hybriden und Bio-Züchtung diskutierte. "Die BioFach ist für uns eine vielseitige und wertvolle Plattform", erklärte Petra Boie. Ähnlich positive Rückmeldungen gab es auch an  Ständen in allen anderen Hallen. 

(Bildleiste: Neuheitenstand, Kaffeestand im Fachhandelscafé, Dessertbuffet am Abend des BioFach-Freitags)










 

Dass die BioFach mit ihrem enormen Zusatzangebot weit mehr als eine übliche Messe mit Hallen und Ständen ist, zeigen die verschiedenen Aktionsflächen und Serviceangebote, die sehr gut angenommen wurden. Dazu gehören u.a. die fünf Erlebniswelten. Diese produktbezogenen Sonderflächen wurden über die vergangenen zwei Jahre zielstrebig ausgebaut. Mit einem Kaffee-Verkostungsstand, dem Thema Käse sowie der Olivenöl-Verkostung hat die Messe bereits Erfahrungen gesammelt. In diesem Jahr wurden die Erlebniswelten zu den Bereichen Käse, Wein, Olivenöl, Kaffee und Fisch angeboten. Wie man von den Beteiligten hört, mit großem Erfolg. Eine 36-seitige Begleitbroschüre listet alle Firmen auf, die ihre Produkte auf den Erlebniswelten zur Verkostung angeboten haben.   

„Wir haben 400 verschiedene Käsesorten ausgestellt, darunter auch etliche Neuprodukte wie Trüffelkäse“, freut sich die Mitarbeiterin des Käsegroßhandels Jürgen Würth. Eine Vielzahl von Käsesorten ist in mittelgroße Würfel geschnitten und auf Teller gelegt. Diese stehen einschließlich einer Produktinformation auf den Käsetheken sowie auf der angrenzenden Standfläche der Käse-Erlebniswelt. Der Zustrom der Probierwilligen ist groß. In kurzen Zeiträumen wird von den Mitarbeiterinnen Käse aufgeschnitten, die leeren Teller nachgefüllt. „Der Erfolg war sensationell. Wir haben gut 400 kg Käse zum Verkosten verteilt, das haben wir so noch nie erlebt“, freut sich Würth-Mitarbeiter Mathias Langer. Die stille Verkostung habe sich als ein Magnet erwiesen, der die 12 m lange Theke entlastet habe. Insgesamt war die Käse-Welt 350 m² groß. "Vor allem Mittwoch bis Freitag hatten wir sehr viel Fachpublikum, was wir an den zahlreichen Gesprächen und Nachfragen gemerkt haben," so Langer.   
 

Im Bereich Fisch bot Naturland das Informationsangebot mit Broschüren und einem Beratungsstand an, das Catering-Unternehmen Bankett (gehört zu Tegut) aus Fulda sorgte für die leckeren Verkostungshappen. Auf einem Show-Herd wurden Lachs, Dorade, Forelle, Hering und Thunfisch, aber auch Algen für das interessierte Publikum gebraten. „800-900 Portionen haben wir pro Tag gemacht, die reißenden Absatz gefunden haben“, schätzt der Bankett-Koch Fabius Busch. „Wir konnten hier ein gutes, informationszentriertes Angebot präsentieren“, ergänzt Stefan Holler, der für Naturland den Stand betreute. Pro Tag hätten zudem zwei Events, jeweils ein Vortrag und ein Podiumsgespräch stattgefunden, wozu die Zuhörer sich an einen der rund zehn Tische setzen konnten.
 

„Ein hervorragendes Angebot der Messe“, heißt es unisono von den Inhabern und Mitarbeitern von Naturkostfachgeschäften, wenn es um den Fachhandelstreff in Halle 9 geht. Die Stühle an den Cafétischen waren meist gut besetzt, zur Mittagszeit gab es gar einen richtigen Run auf die Mahlzeiten. Kürbis-Ingwersuppe, Salate, belegte Brote waren neben etlichen anderen Leckereien im Angebot. Der Wareneinsatz beim Essen sowie die Getränke waren von einer Vielzahl von Naturkost-Herstellern wie beispielsweise der Minderleinsmühle, der Upländer Bauernmolkerei, Voelkel, Öma, Bohlsener Mühle, Söbbeke, Lammsbräu, Bioverde und Andechser gesponsert. Für viele Händler stellt der Fachhandelstreff, in diesem Jahr deutlich bekannter als in den Vorjahren, einen Ort dar, an dem spontane oder geplante Treffen stattfinden. Weitere Treffpunkte waren die stets gut besuchten Restaurationsflächen der Verbände Bioland und Naturland sowie das italienische Restaurant Bio.it.

Was der Fachhandelstreff für die Einzelhändler ist, ist die Ausstellerparty, die jeweils am Abend des BioFach-Freitags stattfindet, ein gesetztes Event, das um die 1000 Menschen anzieht. In diesem Jahr traten zwei Bands mit angenehmer, nicht zu lauter Musik auf. Ein hervorragendes Büffet, das an drei verschiedenen Stellen des dreistöckigen Veranstaltungsraums im NCC West aufgebaut war, bot eine große kulinarische Vielfalt von veganen, vegetarischen und fleischhaltigen Wahlmöglichkeiten.   
 

Unter dem Motto „Generation Zukunft“ stand in diesem Jahr die Bio-Jobbörse von Kugler & Rosenberger. Auf rund 1500 bis 2000 vor allem jüngere Leute, schätzt Manuela Zauner von der Unternehmensberatung die Zahl der Gäste, die während der vier Messetage vorbeischauten, um sich zu informieren. Gegenüber dem Vorjahr war die Aktionsfläche für eine Bühne sowie Bestuhlung mit Tischen erheblich erweitert worden. An einer Theke konnten Snacks und Getränke bestellt werden. Während vor allem Akademiker einen Job suchten, bot die Branche vor allem Stellen im Einzelhandel an, so Zauner. Neu waren auch zwei PC-Terminals mit Internetanschluss, an denen die Jobbörse von Kugler & Rosenberger nach passenden Angeboten bereits auf der Messe durchsucht werden konnte. 
 

An den Eingängen zur Messe, an den Zugängen zu den Hallen sowie auf großen Transparenten fiel das neue Design der 25. BioFach auf. Ein Facelifting, könnte man sagen, das bunte Gestaltung und Vielfältigkeit ausdrückt. In der Fachsprache wird dies Voronoi-Diagramm genannt. Sie gehen auf den ukrainischen Mathematiker Georgi Feodosjewitsch Woronoi zurück, der Ende des vorletzten Jahrhunderts gelebt hat und den Algorythmus hinter den Strukturen von Blättern oder Zellen festgestellt hat. Polygone in der Voronoi-Struktur, die auch zuvor bereits bekannt waren, wurden durch seine Veröffentlichung in seinem Todesjahr 1908 genau beschrieben. 

Im kommenden Jahr, in dem die Niederlande das „Land des Jahres“ sein werden, findet die BioFach vom 11.–14. Februar 2015 statt. Das Motto könnte dabei „BioFach – Die Erlebnismesse“ für den weltweit größten Marktplatz für Bio-Produkte sein.  (Bild links: Voronoi-Struktur bei der Eröffnungsveranstaltung)
  
Tipp:
www.biofach.de

 

17.02.2014

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