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Grüne Mode und Öko-Design in Berlin

Autor: Karin Heinze

Die Hauptstadt war vom 18. bis 20. Januar 2012 zum dritten Mal Schauplatz für die Eco-Fashion Days Berlin und weitere Green Fashion Events. Alternative Designer und die grüne Modebranche haben sich mittlerweile mit diversen Events während der Fashion Week etabliert: Modebegeisterte trafen sich beim Lavera Showfloor, bei der Ethical Fashion Show, im Green Show Room, auf der InFashion/ Green Glamour, im Eco Show Room oder bei der Innatex Lounge. Verliehen wurde der Slow Fashion Award während einer Show Gala des Lavera Showfloor und der Humanity in Fashion Award von Hess Natur. (Bild: Das österreichische Label Göttin des Glücks auf der Ethical Fashion Show)

 

Neuer Veranstalter, neues Glück: Die Messe Frankfurt hatte mit der Ethical Fashion Show Berlin Premiere im ewerk und sprach von einem erfolgreichen Debüt: „Wir haben eine hervorragende Auftaktveranstaltung erlebt und freuen uns über die überaus positive Resonanz seitens unserer Aussteller und Besucher“, bilanziert Detlef Braun, Geschäftsführer der Messe Frankfurt. Die Ethical Fashion Show, ein Messeformat, das es seit einigen Jahren in Paris gibt, wurde 2010 von der Messe Frankfurt übernommen und für Deutschland in Berlin aufgelegt. Der Green Showroom, von Magdalena Schaffrin ins Leben gerufen, kam 2011 dazu. (Green Showroom im Adlon Kempinski, Newcomer-Brand Right as Rain)

Die beiden Schauen wurden diesen Januar im historischen ewerk und im Adlon Kempinski inszeniert. In der einen großen Halle des ewerks waren diverse Organisationen vertreten: Dort konnten sich Besucher beispielsweise über die Greenpeace Detox-Kampagne informieren, zum Global Textile Standard (GOTS), zur Zertifizierung für Naturtextilien und Naturleder IVN, zu Fair Trade oder zu den Aktivitäten der Esmod Modeschule, die seit vergangenem Herbst einen Masterstudiengang nachhaltige Mode anbietet. (Bild: Pop-Up Show der Esmod Modeschule)

In der anderen Halle zeigten 36 Labels ihre nachhaltig produzierte Designer-Mode, hauptsächlich Casualwear und Streetwear. Vertreten war unter anderem die österreichische Marke Göttin des Glücks mit ihren bunten Kreationen. Die Bio-Baumwolle kommt aus eigenen Projekten in Indien, die Ware ist GOTS und Fairtrade zertifiziert. Das Label exportiert seine Kollektionen mittlerweile nach Deutschland, Frankreich, Belgien, in die Schweiz und in die Niederlande. Das Label Milch hingegen, ebenfalls aus Österreich, setzt zu 100 % auf Recycling, genau so wie der Berliner Designer Daniel Kroh mit seiner Marke Reclothing aus gebrauchter Arbeitsbekleidung. (Bild: Ethical Fashion Show im ewerk)

Seit 25 Jahren in der Naturtextil-Branche ist Komodo (GB). Gründer Mark Blum importiert die Kleidungsstücke, die in Nepal unter fairen Bedingungen aus Bio-Baumwolle, Hanffaser, Wolle und anderen Naturmaterialien gefertigt werden. Als weiteres Label aus Großbritannien stellte Braintree seine Kollektion aus Hanf, Baumwolle und Bambus vor. Ideo und Ethos waren aus Frankreich angereist, Elementum und Studio Jux aus den Niederlanden, Switcher aus der Schweiz und Serendipity aus Dänemark). Die internationalen Aussteller ergänzten eine Reihe deutscher und Berliner Label: Unter anderem Aehrenkranz, Ehrensache und Harold´s (Taschen), Buttwrap Berlin (Underwear), DeSans, HempAge, Hypnosis Berlin, Kaethe Maerz, Hofius, Room to Roam, Ken Panda und uniwearsal (DOB) sowie Trigema Change mit seiner Cradle to Cradle-Kollektion. (Bild: Switcher aus der Schweiz mit nachhaltiger Outdoor-Kollektion)

Dass grüne Mode viel Interesse findet und immer mehr Kunden gewinnt, machten die Green Fashion Events in Berlin wieder deutlich. Wolfgang Grupp, Inhaber und Geschäftsführer von Trigema, erklärte: „Wir können den Textilmarkt nicht diktieren, aber wir wollen die Nachfrage nach grünen Produkten zu 100 % befriedigen. Deshalb setzen wir mit unserer Marke Trigema Change auf das Cradle-to-Cradle-Prinzip. Es braucht seine Zeit, bis die neuen Produkte große Verbreitung finden. Aber es ist immer eine kleine Gruppe, die vorangeht, und wir sind bereit.“ Magdalena Schaffrin sagte in einem Interview, dass sie sich einen sich wandelnden Markt wünscht und dass dazu auch die Großen der Branche ihren Beitrag leisten. „Wenn vertikale Massenmarken Öko-Baumwolle einsetzen, wirkt sich das positiv auf den Rohstoff-Absatz der Bauern am anderen Ende der Welt aus, denn der Bedarf der Masse ist enorm.“ (Bild: Trigema Change Kollektion auf der Ethical Fashion Show)

Das Rahmenprogramm in Berlin war vielfältig und hatte eine Menge zu bieten: Aktionen mit Ateliercharakter, Kunst und interaktive Performance in der Informationshalle im ewerk. Besonders großen Anklang fand der Lavera Show Floor, der dieses Jahr im Energieforum zahlreiche Labels der Branche präsentierte und Tausende von Besuchern anzog. Auf dem Catwalk wurden die Trends für den Winter 2012/13 vorgestellt - unter anderem Isabell de Hillerin, Hut Up und Julia Starp. (Bilder: Lavera Show Floor im Energieforum: Kollektionen von Isabell de Hillerin, links und Hut Up, Berlin



In der Berliner Bauakademie übergab Hessnatur-Geschäftsführer Wolf Lüdge der 25-jährigen Modestudentin Sandra Goldmann aus Bielefeld das Staffelholz des Humanity in Fashion Awards für ihre nachhaltige Women Capsule Collection, bei der ökologische Färbetechniken im Vordergrund stehen. Der Humanity in Fashion-Award ist der Design-Preis für grüne Mode, der Jung- und Nachwuchsdesigner fördert, die nachhaltige Mode entwerfen. Der Preis wurde von Deutschlands größtem Naturmodelabel Hessnatur 2010 ins Leben gerufen und wird seitdem jährlich vergeben. (Bild rechts: Sabine-Lydia Müller von Symbiose Eins* mit Besuchern der Innatex Lounge)

Entspannen und netzwerken konnte man bei der Innatex Lounge. Die internationale Fachmesse lud bereits zum fünften Mal kurz vor der eigenen Veranstaltung in Wallau bei Wiesbaden während der Fashion Week in die Berliner Szene-Location DasHotel in Kreuzberg ein. Dort treffen sich Designer, Journalisten, Produzenten und Multiplikatoren aus der Green Fashion Szene. 



(Bild links: Kenan Polat von Ken Panda sowie Selma Yasdut, re und ihre Schwester von Sey, Organic Jeans)

(Bild rechts: Entspanntes Zusammenkommen bei der Innatex-Lounge: Innatex-Organisator Alexander Hitzel mit Friederike von Wedel von der Esmod und Franziska Kuntze von Pololo)

01.02.2012

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Dokumenten-Diskussion: x
Sabrina Müller schrieb am 18.05.2012 21:09:18
Betreff: Grüne Mode und Nachfrage

Es ist toll wie mehr und mehr der Markt wächst und wie viele unglaublich tolle Marken es zu entdecken gibt. Die nicht nur tolle und bezahlbare Kreationen zaubern, sondern auch viele Gedanken und viel Geld in möglichst umweltfreundliche und faire Produktionen investieren.

Ich beschäftige mich jetzt seit sieben Jahren mit dem Markt und gerade in den vergangenen zwei Jahren, ist wahnsinnig viel passiert. Auch in Düsseldorf gab es letztes Jahr die erste Fair Fashions Night. Auch wir, die Frolleins von www.definitions-sache.de, veranstalten regelmäßig Events in Düsseldorf, da dort der Markt im Vergleich zu Köln, Hamburg oder Berlin noch sehr fehlt. Auf unserem Blog kann man sich regelmässigen informieren. Noch ist nicht alles zu 100 % Öko, aber fast und ab Herbst/Winter sind wir zu 95 % auf Öko umgestellt. Jeden Tag ein bisschen, sagen wir uns, Hauptsache nicht still stehen und weiter daran arbeiten, dass Biomode zur Selbstverständlichkeit wird und alle lieber weniger einkaufen, jedoch dafür bewusster.

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