EcoShowroom: Öko-Ideen be-greifbar machen

Autor: Karin Heinze

Die Idee ist erfolgreich. Sie entstand auf Anregung von Besuchern und bewährt sich seit einem Jahr. Die Rede ist vom ecoShowroom in Berlin, der eine Plattform für Öko-Firmen aus allen Bereichen des Branchenspektrums ist: Lebensmittel, Kosmetik, Mode und Design. Die Produkte werden nicht nur ausgestellt, sondern können auch käuflich erworben werden. Seit Anfang dieses Jahres sind auch noch Veranstaltungen im Portfolio der Firma und ergänzen den Ausstellungsraum um die Kommunikations- und Informationsebene.
(Bild: Die ecoShowroom-Gründerinnen Kati Drescher (re) und Nadine Valencic)

 

Am 26. November 2010 war die Eröffnung des ecoShowroom in der Almstadtstraße, nahe dem Alexanderplatz. Ausgangspunkt für den ersten Öko-Concept Store in Berlin-Mitte war und ist die Agentur sieben&siebzig GmbH. Die Firma wurde 2004 von der ehemaligen Fernsehredakteurin (VIVA TV u.a.) und Autorin Kati Drescher gegründet. Nadine Valencic stieg 2007 ein. Sie ist ebenfalls TV-Redakteurin und Journalistin. Die beiden haben sich auf die Themen Bio und Nachhaltigkeit spezialisiert. „Unser Ziel ist, in jeder Hinsicht nachhaltig zu kommunizieren“, sagen die beiden. „Wir wollen Öko-Ideen zusammenführen, innovativen Marken eine Präsentationsplattform bieten und außerdem die Medien für diese Thematik interessieren“, differenziert Drescher.

In diesem Zusammenhang ist sie besonders stolz auf die jüngste Aussage der neu gegründeten finnischen Partner-Agentur Sugar Helsinki, deren Produkte derzeit das Schaufenster (Finnenfenster) zieren. Nach Auskunft der Finnen haben diese europaweit nach einem trendigen Konzept gesucht und sind beim EcoShowroom in Berlin fündig geworden. Kürzlich dazu gestoßen ist auch Keep Cup, der australische Hersteller Kunterbunter (16.000 Farbkombinationen), umweltfreundlicher Espresso und Kaffeebecher für den Coffee to go.
(Bild: Offene Türen laden zur Besichtigung ein)

„Stephan Becker, Geschäftsführer der seit kurzem im ecoShowroom vertretenen Aschaffenburger Naturkosmetikfirma Cosmondial (Marke Benecos) ist angetan von dem Konzept: „Benecos versteht sich als Lifestyle-Marke und fühlt sich deshalb gut aufgehoben im Lifestyle-Umfeld des ecoShowroom. Außerdem passen Mode und Kosmetik in der Präsentation sehr gut zusammen“, sagt er. Drei Naturkosmetik-Marken sind bislang in der Almstadtstraße zu sehen. Neben Benecos sind es Dr. Hauschka und San Floriano. Lebensmittel sind bislang noch wenig präsent, die ayurvedischen Tee-Kreationen von Hari Tea und die Gewürze von Herbaria sind jedoch schon länger im Concept Store vertreten. Der Schwerpunkt Öko-Fashion spiegelt sich im Portfolio des ecoShowroom deutlich wider: Die Berliner Eco Fashion-Labels Ansoho, Milde, Minga Berlin, Fahrer und Slowmo werden ergänzt durch Taschen und Accessoires von KSIA (Berlin) sowie Öko-Mode von Rianne de Witte (Niederlande).

Entstanden ist der ecoShowroom sozusagen auf Nachfrage. Zum Thema Öko-Mode hatten die beiden Inhaberinnen während der Berlin Fashion Week immer mal wieder die Türen der Agentur geöffnet und interessierten Medienleuten und Fachbesuchern die Gelegenheit gegeben, sich über Öko-Mode und Nachhaltigkeit zu informieren. Bis sich die Nachfragen von zufällig vorbeikommenden Konsumenten häuften: „Wann kann man denn hier einkaufen?“ Die Idee zum ecoShowroom wurde geboren. Die Agentur zog in den hinteren Teil der Altbauwohnung, die beiden vorderen Räume (ca. 60 m2 ) mit Schaufenstern wurden mit kräftigen Lehmfarben neu gestrichen und mit Teppichen und rustikalen Vollholz-Elementen gemütlich ausstaffiert (Bild). In der guten Stube blieb viel Raum für kreative Verwandlung.

Und der wird genutzt. Wechselnde Präsentationen des überschaubaren Angebots lassen den Besucher immer wieder etwas Neues entdecken. Rund zwanzig Firmen sind Kunden der Agentur sieben&siebzig und somit potenziell im Concept Store vertreten. „Nicht alle Produkte passen in die Ausstellung“, sagt Kati Drescher. „Unsere Kunden lassen uns in der Konzeption freie Hand. Sie wissen es zu schätzen, dass wir ihre Produkte sowohl für die Medien als auch für interessierte Verbraucher erlebbar machen.“ (Bild: Die Veranstaltungen sind von einem gut gemischten Publikum besucht)

Für den Konsumenten sei es nicht von Bedeutung, dass eine PR-Agentur hinter dem Format steht. Für Informationssuchende hingegen sei dies ein Vorteil, erklärt Kati Drescher. „Der Laden funktioniert als Trendsetter und steht stellvertretend für eine innovative, ganzheitlich-nachhaltige Branche“, erklärt Nadine Valencic. Der Kreis schließt sich durch die Veranstaltungen, die EcoShowroom anbietet. Sie fokussieren folgerichtig auf die Themen Ökologie, Soziales sowie Nachhaltigkeit und reichen von Social Banking (Bild oben rechts: Ecobank) über Fairtrade und Öko-Mode bis zu Events wie Breathwalk und Trendwalk (Bild links), die die bunten Räume des EcoShowroom in der Almstadtstraße verlassen. Eine angemeldete Gruppe begibt sich auf Entdeckungsreise zu innovativen Ladenkonzepten, trendigen Firmen und angesagten Öko-Gastronomen. Im Hintergrund steht die Frage: „Wie nachhaltig und ökologisch konsequent ist ein Leben in der Großstadt Berlin möglich?“

Kati Drescher, Nadine Valencic und das Dreierteam im Back Office ziehen ein positives Fazit nach einem Jahr ecoShowroom. „Es ist rundum ein Erfolg, wir sind sehr zufrieden mit dem, was wir hier geschaffen haben“, sagt Drescher. „Wir versuchen, die Marken, die Geschichten zu den Produkten, Inhalte und Öko-Philosophie nicht zu vergessen und die Produkte selbst erlebbar zu machen. Und wir bekommen ein tolles Feedback.“

Tipp:
http://www.ecoshowroom.de




14.11.2011

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