Auf der Veranstaltung "Biotech meets Public" von Biosaxony, einer Initiative des Freistaates Sachsen zur Förderung der Biotechnologie, bezog
Sachsens Landwirtschaftsminister Frank Kupfer (CDU) Ende Januar 2010 in Dresden Position
für die Gentechnik-Lobby.
Der Minister hielt den Kritikern der Agro-Gentechnik vor, eine sachliche Debatte zu verweigern. Stattdessen schürten sie unbegründete Skepsis gegenüber der Agro-Gentechnik. Dies habe dazu geführt, dass diese in Sachsen bisher nur eine untergeordnete Rolle spielen würde. Stattdessen sprach Herr Kupfer von einer Torheit auf die Genmanipulation von Pflanzen zu verzichten. Die Begründung ist das gleiche
moralische Scheinargument, welches die bekannten Agro-Gentechnik Konzerne in der Öffentlichkeit gern zur Schau stellen:
Die wachsende Weltbevölkerung und deren Ernährung.
Diese Aussage kommt von einem Landwirtschaftsminister, der zugleich das Amt des Umweltministers des Freistaates inne hat, ungeachtet dessen, dass auch der Weltagrarrat den Schlüssel zur Sicherung der Welternährung in
ökologisch und sozial sowie regional angepassten Anbausystemen sieht und nicht in der entechnik.
Die Bemühungen des Veranstalters, eine sachliche Debatte zu führen, wurden von Minister Kupfer mit seiner
Polemik zunichte gemacht. Es zeugt von mangelnder Objektivität und fehlendem Fachwissen, dass er Fragen nicht zuließ bzw. einer Antwort gänzlich aus dem Weg ging. Das Ausmaß an der augenscheinlichen Ignoranz gegenüber nachgewiesenen Risiken zum Einsatz von Agro-Gentechnik, gipfelt in der zynischen Antwort des Ministers auf die Frage, warum gentechnikfrei arbeitende Betriebe die Mehrkosten für Nachweisanalysen tragen müssten: “Das ganze Leben kostet“.
„Es wäre hilfreich, würde Landwirtschaftsminister Kupfer seiner
Verantwortung gegenüber den 6960 landwirtschaftlichen Betrieben in Sachsen Rechnung tragen, die mehrheitlich Agro-Gentechnik ablehnen und sich nicht in solcherlei Phrasen verlieren“ konstatiert
Gäa Gentechnikexpertin Claudia Clemens.