Rapsöl bei Stiftung Warentest

Autor: Corinna Offeneÿ

 

Die Stiftung Warentest hat 26 Rapsöle untersucht, native und raffinierte, bio und konventionelle. In der Sensorik verteilte Warentest viele schlechte Noten. Neun Produkte wurden mit „mangelhaft“ bewertet, darunter auch ein Großteil der Bio-Öle.

„Befriedigend“ waren Rewe Bio Rapsöl kaltgepresst und Teutoburger Ölmühle kaltgepresstes Rapsöl Organic. Mit „mangelhaft“ wurden beurteilt: Teutoburger Ölmühle hitzestabiles Rapskernöl zum Braten (nicht bio), Alnatura, Bio Planète, Edeka/Bio Wertkost, Fauser Vitaquell, Kaiser’s Tengelmann/Naturkind, Plus/BioBio (alle nativ und kaltgepresst) und Rapunzel Rapsöl nativ. Bei ihnen allen bemängelte die Stiftung „starke sensorische Fehler, es darf so nicht verkauft werden“.

Für Dr. Michael Raß, Geschäftsführer und Mitgründer der Teutoburger Ölmühle sind die Bewertungen nicht nachvollziehbar: „Wir haben umgehend Rückstellmuster des getesteten Raps-Kernöls zum Braten mit Spritzstop extern und unabhängig durch das Staatliche Chemische Untersuchungsamt in Hagen untersuchen lassen. Das Ergebnis dieser Untersuchung bestätigt unsere eigene fehlerfreie Qualitätsbewertung: Das Teutoburger Raps-Kernöl zum Braten ist sowohl chemisch als auch sensorisch fehlerfrei. Damit ist das Öl voll verkehrsfähig. Wir werden die Stiftung Warentest mit diesen Analysewerten konfrontieren und sie zu einer Neubewertung auffordern.“

Auch die Note 3,3 für das Raps-Kernöl „Organic“, spiegelt für die Teutoburger Ölmühle nicht die tatsächliche Produktqualität wider. Sämtliche Analysewerte belegen seine hervorragende Qualität. Die Teutoburger Ölmühle lässt grundsätzlich jede Pressung vor der Abfüllung in Flaschen von einem unabhängigen Labor testen. Außerdem drängt sich die Frage auf, warum bei einem so schwierigen Thema wie der subjektiven Beurteilung von Geschmack nur von einem Panel getestet wurde und nicht – wie bei Olivenölen üblich – ein zweites Panel zur Kontrolle hinzugezogen wurde?

„Das patentierte Herstellungsverfahren führt zu einem besonders milden Geschmack. Doch genau diesen milden Geschmack hat Stiftung Warentest abgewertet. Das besondere Herstellungsverfahren der Teutoburger Ölmühle bleibt bei der Bewertung unberücksichtigt“, so Raß weiter. Das Bio-Raps-Kernöl „Organic“ in der Reformhausausstattung der Teutoburger Ölmühle wurde mit der Note „sehr gut“ Testsieger im ÖkoTest Jahrbuch 2009.

Auch Rapunzel kann die Bewertung nicht nachvollziehen: „Wir haben das Rapsöl erneut mit einem sensorisch geschulten Panel geprüft und eine einwandfreie geschmackliche Qualität des Öls festgestellt. Der Großteil der nativen Bio-Rapsöle wurde in diesem Test sensorisch stark abgewertet. Dies vermittelt den Eindruck, dass der sensorischen Bewertung von Stiftung Warentest Bewertungs-Standards zugrunde liegen, die für native Bio-Rapsöle ungünstig sind. Alle Rapunzel Speiseöle werden regelmäßig und umfangreich auf ihre Inhaltsstoffe und Sensorik von unabhängigen Labors und Panels geprüft.“

Bio Planète lehnt es strikt ab, dass sein Rapsöl als „nicht verkehrsfähig“ bezeichnet: „Native Öle sind dafür bekannt ihren Eigengeschmack - als sensorische Bereicherung – in das Öl mit einzubringen. Bei unseren Rückstellmustern konnten wir keinen derart fehlerhaften Geschmack feststellen.“

Alnatura: „Bei regelmäßigen internen Verkostungen beurteilten wir den Geschmack und den Geruch stets als produkttypisch. Dies bestätigen auch die sensorischen Prüfungen unseres Herstellers. Dort wird das Öl in der
Produktion laufend kontrolliert.“

27.10.2009

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