Österreich: Pestizidfunde in Bio-Mehl

Quelle: derstandard.at

 

In Österreich haben Analysen verbotene Pestizide in Bio-Mehl der Rewe-Marke Ja! Natürlich zutage gebracht.
Vor kurzem gingen zwei Anzeigen bei Staatsanwaltschaften in Wien und Krems ein. Beigelegt waren drei Prüfberichte der Lebensmittelversuchsanstalt. Diese hat einige Proben des Mehls analysiert und ist fündig geworden. Selbst nach Abzug der Messtoleranz liege eine zum Teil hohe Überschreitung der Grenzwerte vor. 

Erzeuger ist die Erste Raabser Walzmühle Dyk. Sie beliefert Rewe mit jährlich rund tausend Tonnen Biomehl. Für Geschätsführerin Lisa Dyk sind die Verunreinigungen nicht zu erklären. Sie vermutet Manipulation, es habe bereits mehrere Versuche gegeben, ihrem Betrieb zu schaden. Für den Einkauf des Getreides sorgte in erster Linie Crop Control - Tochter der Saatbau Linz und Dienstleister der Rewe. Auch deren Chef Karl Fischer misstraut den Proben.

In der Anzeige wird dagegen behauptet, Rewe habe die Lieferungen offenbar ungeprüft übernommen, der Konsument sei geschädigt worden. Man gehe jedem Vorwurf nach, sagt Martina Hörmer, Chefin von Ja! Natürlich, betonte aber, die ganze Vorgehensweise sei unüblich. "Wir wurden von der Behörde nicht informiert." Allein der Weizen der Mühle sei bereits sechs Mal überprüft worden, jedes Mal mit negativem Ergebnis. Jeder Verdachtsfall gehöre geprüft, sagt Michael Gartner, Chef der Lebensmittelversuchsanstalt. In vielen Fällen passiere die Verunreinigung beim Transport. Josef Ritt von der Austria Bio Garantie schließt Probleme im Lager nicht aus, vor Manipulation sei aber keiner gefeit. Nun werde "akribisch nach den Ursachen" der Kontaminierung geforscht.

16.11.2009

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