
Teilnehmer aus 19 Ländern Europas trafen sich am Fachbereich Ökologische Agrarwissenschaften der
Universität Kassel in Witzenhausen zur
internationalen COST-Tagung Green Care in Agriculture. Green Care – das bedeutet die Integration von Menschen mit Hilfebedarf in Land- und Gartenbau. Für Menschen mit Behinderung, Suchtkranke und spezielle Altersgruppen (alte Menschen, Kinder) bietet Soziale Landwirtschaft eine Perspektive für Therapie, Beschäftigung, Integration und mehr Lebensqualität.
(Bild/Nils Stratmann: Teilnehmer aus 19 Ländern Europas trafen sich in Witzenhausen zum Thema „Soziale Landwirtschaft“)
Vor der dreitägigen COST-Tagung fand in Kooperation mit der
DVS (Deutsche Vernetzungsstelle Ländliche Räume) eine eintägige Vorab-Tagung mit führenden Vertretern Sozialer Landwirtschaft aus Europa statt zum Thema „
Soziale Landwirtschaft in Deutschland und Europa: Aktueller Stand und Chancen für die Zukunft“. Mehr als 100 Teilnehmer arbeiteten an der Frage: Was kann die Soziale Landwirtschaft in Deutschland von Europa lernen?
Die
Potenziale des Arbeitsfeldes wurden aus der Sicht des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz dargestellt. Die UN-Behindertenrechtskonvention wurde ebenso wie Fragen der Ausbildung, Finanzierung und Wirtschaftlichkeit diskutiert. Referenten aus den Niederlanden, Italien, Irland, Polen, Griechenland und der Schweiz stellten die Entwicklungen Sozialer Landwirtschaft in ihren Ländern vor.
Auf der anschließenden
Fachtagung standen die Ergebnisse der vierjährigen Zusammenarbeit des internationalen COST-Wissenschaftler-Netzwerks im Mittelpunkt. Wie lässt sich die Wirkung Sozialer Landwirtschaft auf die Gesundheit wissenschaftlich nachweisen – ein wichtiger Punkt bei der Finanzierung von Green Care durch die Krankenkassen. Wie lässt sich Soziale Landwirtschaft politisch unterstützen, welche Erfahrungen gibt es in den Ländern Europas?
Für die Tagungsteilnehmer bot eine
Ganztagsexkursion zum
Hofgut Richerode (Jesberg), das Menschen mit geistiger Behinderung integriert, und zum
Drogen-Selbsthilfe Fleckenbühl (bei Marburg) Gelegenheit, zwei gelungene Beispiele Sozialer Landwirtschaft zu erleben.