Bio-Betrug: geringere Mengen als gedacht

Quelle: Assobio - Federbio


 

Inzwischen liegt vom Branchenverband Federbio, der sich sehr um die Aufklärung der Bio-Betrügereien in Italien bemüht, eine Liste mit Mengen und Produkten vor. Durch die undurchsichtigen Hin- und Herschiebereien der Ware, um die wahren Herkünfte zu verschleiern, war der Eindruck von immensen Mengen entstanden. In den Medien wurden teilweise Mengen von 700.000 t genannt. In Wirklichkeit, so Federbio, waren es nach derzeitigem Erkenntnisstand 17.000 t - was natürlich immer noch schlimm genug ist. Die Vorgänge fanden statt zwischen Oktober 2007 und August 2008.

Die Liste setzt sich zusammen aus:

  • Äpfel für Apfelpüree: 1.361 t 
  • Gerste: 80 t 
  • Mais: 4613 t
  • Sojabohnen: 4246 t 
  • Dinkel: 1925 t
  • Sonnenblumen: 2066 t
  • Weizen: 2971 t

Roberto Pinton, Geschäftsführer von des Bio-Branchenverbands Assobio, sagte zum derzeitigen Stand des Wissens: "Die ursprünglichen Verkäufer wurden, unseren Erkenntnissen zufolge, im Dunkeln gelassen über die Betrugsabsichten und wußten folglich von nichts. Sie haben dies erst über die Finanzpolizei erfahren. Daher stehen sie nicht unter Verdacht, da man davon ausgeht, dass ihre Namen ohne ihr Wissen verwendet wurden. Unklar ist, ob nach der Umdeklarierung die Käufer von der Aktion wußten oder ob ihre Namen ebenfalls gestohlen bzw. gefälscht wurden. Tatsache ist, dass sich dieser Personenkreis nicht im Gefängnis befindet oder auf Kaution freigelassen wurden." 
 
Sunny Land steht im Zentrum der Ermittlungen sowie deren Partner, weil sie Zertifikate und Rechnungen fälschten, um auf diese Weise Verkäufe an andere Firmen zu simulieren. Danach simulierten sie vermutlich den Verkauf derselben Ware an wahrscheinlich ebenfalls uninformierte Käufer, die die Ware dann als Bio-Ware an sie weiterverkauft haben. Vermutlich wurden diverse Zwischenkäufer nur aus Gründen der Verschleierung genannt. 
 
Federbio wird auf Schadensersatz klagen, um beim Prozeß beteiligt zu werden, kündigte Pinton an. Informationen des Landwirtschaftsministeriums gibt es derzeit nicht, da die Zuständige, Frau Teresa De Matthaeis, erst zur nächsten SCOF-Sitzung (Ständigen Ausschuss für den Ökologischen Landbau) einen Bericht abgeben werde. 

Das Originaldokument von Federbio einschließlich der Liste der Käufer und Verkäufer von Warenpartien finden Sie hier.

16.12.2011

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