Quelle: Financial Times Deutschland
Der Agrarkonzern Monsanto hat ein schlechtes Jahr hinter sich und kann seine immer stärker genmanipulierten Saaten immer schwerer an den Bauern bringen, berichtet die Financial Times Deutschland. Bis vor Kurzem schien es nur bergauf zu gehen: von 2003 bis 2008 versechzehnfachte sich der Aktienkurs, der in der Spitze im Juni 2008 bei 145 $ lag, was einem Kurs-Umsatz-Verhältnis von über sechs entsprach. Heute notiert die Aktie bei rund einem Drittel, womit sie sich deutlich schlechter als der Markt in den vergangenen zwei Jahren entwickelt hat. Allein dieses Jahr verlor sie ein Drittel. Erzrivale DuPont legte hingegen über 40 % zu und man zahlt das 2,4-fache für den laufenden Umsatz.
Die Gewinnschätzungen für Monsanto für 2011 und 2012 mussten von den ernüchterten Analysten über die vergangenen zwei Jahre um mehr als die Hälfte eingedampft werden, die größten Kürzungen erfolgten in diesem Jahr. Monsanto musste einen Umsatzrückgang für das am 31. August endende Geschäftsjahr hinnehmen, man hatte erneut Schwierigkeiten mit Umwelt-, Bauern- und Verbraucherschutzverbänden und musste sich vor Gericht für seine Produkte verantworten. Zudem musste Monsanto-Vorstand Hugh Grant auch mit vormaligen Strategien brechen: die neuesten, am stärksten genmanipulierten Saaten musste er mit einem Preisabschlag auf den Markt bringen, da Rivale DuPont den Bauern erfolgreich klarmachen konnte, dass sie von Monsanto mehr "Technologie", gekauft hatten als nötig. Die Ernteerträge von Monsantos neuestem Produkt Smartstax (acht veränderte Gene) lagen zudem hinter den Erwartungen und hinter den Resultaten von "nur" dreifach veränderten Saaten.
21.10.2010