Herbstspecial 2014

CMS-Chicorée in Bio-Handel gelangt

Quelle: Berliner Zeitung

 

Im Februar 2013 kam verhältnismäßig preisgünstiger Chicorée von einem Bio-Betrieb aus den Niederlanden in deutsche Bio-Läden, berichtet die Berliner Zeitung. Dieser war mit der umstrittenen Züchtungsmethode CMS hergestellt worden, die von deutschen Bio-Verbänden abgelehnt wird. CMS, auch als "Gentechnik light" bezeichnet, ist eine Zuchtmethode bei der artfremde Zellen miteinander verschmolzen werden, um höhere Ernteerträge zu erzielen. 

„Das ist Gentechnik durch die Hintertür und für Bio-Produkte inakzeptabel“, sagt Naturland-Sprecher Ralf Alsfeld. Nach den Regeln des EU-Biosiegels ist CMS jedoch nicht verboten – und das machen sich immer mehr große Bio-Betriebe zunutze. Sie kommen mit Kampfpreisen auf den Markt. Der dadurch ausgelöste Preisverfall, so der Naturland-Vertreter, mache jenen Bauern das Leben schwer, die die Technik nicht einsetzten. 

In den Handel gekommen ist das CMS-Chicorée über Weiling. Sprecher Hanjörg Bahmann bestätigte, dass eine große Menge verkauft worden sei. „CMS-Ware wird aber nicht nur von Weiling, sondern von fast allen Biogemüse-Lieferanten vertrieben.“ Wie viele und welche Bio-Läden betroffen waren, konnte Weiling auf Anfrage nicht beantworten. Weiling, so Bahmann, sei durchaus bewusst, dass diese Art der Züchtung kritisch gesehen werde. Der Markt lasse allerdings im Augenblick nicht zu, auf CMS-Gemüse zu verzichten. 

10.04.2013

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