Zum wiederholten Mal sind Landwirte in mehreren Bundesländern, auch in Hessen, mit
gentechnisch verunreinigtem Maisaatgut beliefert worden. Im Vertrauen auf die Vorlieferanten und die staatliche Saatgutüberwachung haben die Landwirte den Mais ausgesät. Im Nachhinein wurde diese gesetzeswidrige Verunreinigung mit nicht zugelassenen Genmaisssorten amtlich festgestellt.
Die EU- Rechtslage ist klar und bestimmt notwendigerweise den
sofortigen Umbruch, damit eine Verbreitung der Genmaissaat spätestens zum Zeitpunkt der Blüte verhindert werden kann. Damit entstehen den Landwirten erhebliche Kosten und Ernteverluste, die sie nicht zu verantworten haben.
Die
Verursacher der Saatgutindustrie, die offenkundig ihre Saatguterzeugungs- und Vertriebssystem nicht nach dem geltenden EU-Recht organisiert haben, sind verantwortlich für den Schaden, der den Landwirten entsteht. Doch anstatt sich der Verantwortung zu stellen und die Haftung zu übernehmen, bestreitet das Saatgutunternehmen
Pioneer, GVO-verunreinigtes Saatgut ausgeliefert zu haben. Im Verbund mit der Saatgutbrache und ihren Lobbyisten wird zugleich ein politischer Trommelwirbel veranstaltet, um die EU- Rechtsgrundlagen an die Bedürfnisse der international tätigen Saatgutmultis anzupassen.
Das Hessische Bündnis "
Keine Agrogentechnik auf Hessens Feldern und Tellern", bestehend aus Naturschutz- und Verbraucherschutzverbänden sowie Wirtschaftsakteuren aus der Landwirt- und Lebensmittelwirtschaft stellt sich diesem Ansinnen entschieden entgegen. Saatgut als Grundlage unsere Lebensmittel muss "sauber" bleiben! Um dieser Haltung Ausdruck zu verleihen - die auch der überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung entspricht - wird das Bündnis am 25.06.2010 Bundesministerin Aigner anlässlich ihres Besuchs in Kassel seinen Standpunkt vortragen und einen
Offenen Brief übergeben.